Delivery HeroSupply HeroShutterstockDer Mann ist durch Essen reich geworden. Der Schwede Niklas Östberg hat den Lieferdienst Supply Hero zu einem der erfolgreichsten Web-Konzerne in Deutschland gemacht. Neun Milliarden Euro ist das Unternehmen inzwischen wert — die Plattform registriert täglich um die eine Million Essenbestellungen auf der ganzen Welt. Ihr Chef träumt jedoch von ganz anderen finanziellen Dimensionen.

„Der Markt wächst rasant. Auf unserer Plattform wird jetzt schon ein Umsatz von bis zu sechs Milliarden Euro weltweit gemacht. Vielleicht ist Supply Hero irgendwann mal 80 Milliarden Euro wert“, sagte Östberg jetzt im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Supply-Hero-Chef: „Wir müssen für alle sorgen“

Bei allem Streben nach Erfolg, nach Revenue und Wachstum: Östberg ist niemand, der die Allgemeinheit aus den Augen verliert. „Menschen sind reich, weil sie geerbt haben, weil sie intelligent waren, die richtigen Gene haben, oder weil sie einfach Glück gehabt haben. Wir müssen aber für alle sorgen“, sagte er der „SZ“.

Aus diesem Grund sympathisiert der Unternehmer mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens für jedermann. „Warum ist der Unterschied zwischen Arm und Reich so groß und wird sogar noch größer? Das ist langfristig nicht intestine, das sorgt für gesellschaftliche Konflikte, und das können wir auch moralisch nicht akzeptieren“, sagte er. „Wir müssen die Mentalität ändern. Die Menschen müssen auch in Zukunft durchkommen und zufrieden sein.“

Supply Hero steht in der Kritik

Wer es kritisch mit Östberg meint, der könnte ihm vorhalten, dass er in seinem eigenen Unternehmen nicht mit gutem Beispiel vorangeht. Supply Hero sieht sich Klagen wegen schlechter Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Von Unterbezahlung und Ausbeutung ist mitunter die Rede.

Gegen diese Vorwürfe setzte sich der Chef zur Wehr: „Klar ist: Das sind keine hoch bezahlten Jobs, sondern etwas für die, die sich etwas hinzuverdienen wollen“, sagte Östberg. „Als Teilzeitjob, neben dem Studium mit dem Rad fahren, sie haben gerne große Flexibilität, sie arbeiten einen halben Tag, mal zwischendurch eben. Das kann man mit Vollzeitstellen und 40 Wochenstunden nicht vergleichen.“

Von den 3000 Lieferfahrern bei Foodora etwa seien nur acht Prozent vollbeschäftigt, die meisten jedoch „zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Arbeit“.